So

28

Okt

2012

Gemeinschaftskongress: Steuerfalle wirtschaftlicher Geschäftsbetrieb

Der ermäßigte Umsatzsteuersatz von 7% wird bei Gemeinschaftskongressen, die von nichtrechtsfähigen Personenvereinigungen oder Gemeinschaften steuerbegünstigter Körperschaften veranstaltet werden, nur gewährt, wenn

  1. alle Mitglieder steuerbegünstigte Körperschaften im Sinne der §§ 51 ff. AO sind (z. B. gemeinnützig anerkannte Vereine/Stiftungen) und
  2. die ausgeführten Leistungen, falls diese anteilig von den beteiligten Gesellschaften ausgeführt würden, mit dem ermäßigten Umsatzsteuersatz ermäßigt zu besteuern wären.

 

Ein Zusammenschluss aus steuerbegünstigten Gesellschaften kann somit nur dann den ermäßigten Umsatzsteuersatz anwenden, wenn ausschließlich Leistungen in steuerbegünstigten Bereichen (z.B. Zweckbetriebe) ausgeführt werden (BMF-Schreiben IV D 3 - S-7346 / 12 / 10002).

 

„Steuerfalle“

Werden aber auch Leistungen in nicht steuerbegünstigten Bereichen (z. B. Social Events, Werbeeinnahmen) ausgeführt, geht der Anspruch auf Anwendung des ermäßigten Umsatzsteuersatzes für den ganzen Gemeinschaftskongress verloren. 

Für Leistungen, die eigentlich dem ermäßigten Umsatzsteuersatz von 7% unterliegen, ist dann der allgemeine Umsatzsteuersatz von 19% anzuwenden.

 

Da diese Problematik oftmals erst nachträglich durch das Finanzamt erkannt wird, kommt es zu unerwarteten Umsatzsteuernachzahlungen für die Gesellschafter, die nicht im Budget einkalkuliert waren.

 

Beispiel

 

Steuerbegünstige

Umsatzsteuer

Umsatzsteuer

Umsatzsteuer

 Leistungen

ermäßigt 7%

allgemein 19%

Nachzahlung

 

lt. Budget 

lt. Finanzamt 

 

100.000,00 €

7.000,00 €

19.000,00 €

12.000,00 €

 

 

Lösung

 

Gründung einer gesonderten Personenvereinigung oder Gemeinschaft

für die Ausführung der nicht steuerbegünstigten Leistungen

 

Bei dieser Gestaltung bestehen nebeneinander eine begünstigte und eine nicht begünstigte Personenvereinigung oder Gemeinschaft. 

 

Die strikte Trennung ermöglicht die Anwendung des ermäßigten Steuersatzes von 7% bei den steuerbegünstigten Leistungen in der Gesellschaft A.

Die nicht steuerbegünstigten Leistungen werden in der Gesellschaft B mit dem allgemeinen Steuersatz von 19% belastet.

 

Die rechtlichen Anforderungen an die formale Trennung der beiden Zusammenschlüsse müssen für die Anerkennung natürlich genau eingehalten werden (z. B. getrennte Buchführung).

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Quelle: www.datev.de

 

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